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Über 3,5 Tonnen

Wohnmobil-Maut über 3,5 Tonnen in Europa: 2026-Überblick

Von Rovee · Geprüft und aktualisiert 2026-07-07

Ab 3,5 Tonnen (3.500 kg) wechselt dein Wohnmobil das Maut-System — in jedem Land anders. Deutschland bleibt mautfrei (die Lkw-Maut betrifft nur den Güterverkehr). Österreich verlangt die GO-Box, die Schweiz die PSVA, Frankreich Péage-Klasse 3, Italien Autostrade-Klasse B. Eine EETS-Mautbox bündelt mehrere Länder in einem Gerät.

Der übliche Wohnmobil-Maut-Ratgeber endet bei 3,5 Tonnen. Genau darüber wird es unübersichtlich: Jedes Land der zentraleuropäischen Vignettenzone schaltet ab 3.500 kg technisch zulässiger Gesamtmasse (tzGm) auf ein anderes Abrechnungssystem um. Wer mit einem Integrierten oder einem großen Teilintegrierten über der Grenze liegt, spielt in jedem Land nach anderen Regeln. Hier ist der Überblick für die Saison 2026.

Deutschland bleibt mautfrei
Privat genutzte Wohnmobile (Klasse M1 / M1 SA) sind auf deutschen Autobahnen mautfrei — auch über 3,5 t. Die Lkw-Maut ab 3,5 t (seit 1.7.2024) gilt nur für den Güterkraftverkehr.
Im Ausland wechselt das System
Über 3,5 t zahlst du entweder streckenbasiert per Bordgerät (Österreich GO-Box, Slowenien DarsGo, Tschechien MYTO CZ) oder eine pauschale Schwerabgabe (Schweiz PSVA). Frankreich stuft dich in Péage-Klasse 3, Italien in Klasse B.
Die Mautbox bündelt — aber nicht alles
Eine EETS-Mautbox (z. B. die ADAC Camper Mautbox, technisch eine DKV-Box) rechnet Péage und Streckenmaut mehrerer Länder in einem Gerät ab. Sie deckt aber nicht die deutsche Lkw-Maut (Wohnmobile sind befreit) und ersetzt nicht die Schweizer PSVA.
Vorher bestellen
Bordgeräte und Pauschal-Genehmigungen lassen sich am Wochenende nicht zuverlässig an der Grenze kaufen. Online über das offizielle Portal (ASFINAG, DarsGo, Via-Portal) oder die Mautbox vorab per Post bestellen.

Ist mein Wohnmobil über 3,5 Tonnen in Deutschland mautpflichtig?

Nein — privat genutzte Wohnmobile sind in Deutschland mautfrei, auch über 3,5 Tonnen. Die Lkw-Maut wurde am 1. Juli 2024 von 7,5 t auf Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ausgeweitet. Sie betrifft aber nur den Güterkraftverkehr, also den gewerblichen Gütertransport. Ein Fahrzeug, das als Wohnmobil (Fahrzeugklasse M1 oder M1 SA) zugelassen ist und ausschließlich der Personenbeförderung dient, bleibt befreit — unabhängig vom Gewicht.

Die eine Ausnahme betrifft Wohnmobile, die nicht als solche erkennbar sind: Aufbauten auf Lkw- oder Bus-Fahrgestell oder Fahrzeuge, die als Lkw zugelassen sind. Diese können von der Mautkontrolle erfasst werden. Laut ADAC ist nur ein kleiner Teil der rund 160.000 zugelassenen Wohnmobile zwischen 3,5 und 7,5 t betroffen. Wer sichergehen will, meldet den Wohnmobil-Status vorab bei Toll Collect an. Für alles Weitere gilt weiter: Deutschland ist für Wohnmobile bis 7,5 t mautfrei.

Was ändert sich ab 3,5 Tonnen im Ausland?

Die meisten europäischen Vignettensysteme waren für Pkw gedacht: eine pauschale Vignette, gültig für einen Zeitraum, einmal an der Grenze gekauft. Diese Logik bricht, sobald ein 5-Tonnen-Wohnmobil dieselben Kilometer fährt wie ein Lkw. Jedes Land löst das anders — und die 3,5-Tonnen-Grenze ist überall der Schalter.

Drei Länder behandeln schwere Wohnmobile wie Lkw: streckenbasierte Kilometermaut per Bordgerät. In Österreich ist das die GO-Box, in Slowenien DarsGo, in Tschechien MYTO CZ. Die Schweiz geht den anderen Weg: eine pauschale Schwerabgabe (PSVA) nach Gewicht, ohne Kilometerabrechnung. In Frankreich gibt es gar keine Vignette — ab 3,5 t (oder ab 3 m Höhe) fällst du in Péage-Klasse 3, mit drei Achsen in Klasse 4. Ungarn hat schwere Wohnmobile zum 1. Januar 2026 aus dem HU-GO-System zurück in die normale E-Vignette (D2-Tarif) verschoben.

Die Länder-Matrix ab 3,5 Tonnen

Die wichtigsten Länder nebeneinander. „Bordgerät" bedeutet ein elektronisches On-Board-Unit; „Vignette" steht für einen pauschalen Kauf ohne Kilometerabrechnung.

LandSystem über 3,5 tBordgerätKostenmodell
Deutschland mautfrei (Lkw-Maut nur gewerblich) Nein 0 € auf Autobahnen; Sonderfall Warnow-/Herrentunnel
Österreich GO-Maut (ASFINAG) Ja (GO-Box) Kilometer nach Achsen + Emissionsklasse; Sektionsmaut extra
Schweiz PSVA (pauschal) Nein CHF 3,25/Tag (min. 25) · 58,50/Monat · 650/Jahr
Frankreich Péage Klasse 3 (2 Achsen) / Klasse 4 (3 Achsen) Optional (Badge) Kilometer nach Klasse; rund 50 % über Klasse 2
Italien Autostrade Klasse B (2 Achsen) Optional (Telepass) Kilometer nach Höhe/Achsen
Slowenien DarsGo Ja (Transponder) Kilometer nach Achsen + Emissionsklasse
Ungarn E-Vignette D2 (seit Jan 2026) Nein 10-Tage / Monat / Jahr, Schwerfahrzeug-Tarif

Quellen. Amtliche Mautbetreiber je Land: Toll Collect (Deutschland, Lkw-Maut), ASFINAG (Österreich, GO-Maut / GO-Box), BAZG (Schweiz, PSVA), autoroutes.fr (Frankreich, Fahrzeugklassen), Autostrade per l'Italia (Italien, Klassen), DarsGo (Slowenien), MYTO CZ (Tschechien) und HU-GO (Ungarn, D2-Tarif seit 1.1.2026). Zur DE-Befreiung privater Wohnmobile zusätzlich der ADAC (Stand 10.7.2025). Stand der Prüfung: 2026-07-07. Ein Detail veraltet? hi@rovee.io.

Mautbox — brauche ich eine?

Eine Mautbox ist ein EETS-Bordgerät (European Electronic Toll Service): ein Gerät, ein Vertrag, das die strecken- und abschnittsbasierten Mauten mehrerer Länder automatisch abrechnet. Für schwere Wohnmobile ist sie interessant, weil über 3,5 t in vielen Ländern eine Kilometermaut fällig wird.

Der ADAC bietet dafür die ADAC Camper Mautbox an — technisch die DKV Camper Mautbox (EETS, von DKV und Toll4Europe), die du mietest, nicht kaufst: rund 99 € pro Jahr plus Gebühren, für rund zehn Länder. Welche der drei ADAC-Boxen zu welcher Gewichtsklasse passt, was die DKV BOX EUROPE davon unterscheidet und welche Alternativen (Bip&Go, Telepass, Tolltickets) es gibt, steht im Mautbox-Vergleich fürs Wohnmobil.

Wichtig für die häufige Suche „ADAC Mautbox für Wohnmobile über 3,5 Tonnen": Die Box ersetzt nicht alles. Sie deckt nicht die deutsche Lkw-Maut ab — die zahlst du als privates Wohnmobil ohnehin nicht — und sie ersetzt nicht die Schweizer Vignette oder PSVA. Für seltene Reisen lohnt sich oft der Einzelkauf der jeweiligen E-Vignette; die Box rechnet sich erst bei viel Frankreich-, Italien- oder Spanien-Anteil.

Was kostet die Maut für mein Wohnmobil über 3,5 Tonnen?

Die Kosten hängen von Land, Achszahl und Emissionsklasse ab — feste Einzelpreise führen in die Irre. Als Anhaltspunkte für 2026:

  • Österreich (GO-Maut, 2-Achser): rund 0,06 €/km (emissionsfrei) bis rund 0,33 €/km (ältere Diesel), plus einmalige Boxgebühr von rund 12 € und Sektionsmaut z. B. am Brenner.
  • Schweiz (PSVA): pauschal — CHF 3,25 pro Tag (mindestens CHF 25), CHF 58,50 pro Monat oder CHF 650 pro Jahr, unabhängig von der Strecke.
  • Frankreich (Klasse 3): je Kilometer rund 50 % über der Klasse 2 eines leichten Wohnmobils.
  • Italien (Klasse B): Kilometermaut nach Höhe an der Vorderachse (über 1,30 m = Klasse B).

→ Wie viel kostet deine konkrete Tour? Der Maut-Rechner zählt alle Länder zusammen

Was die App während der Tour macht — Grenzwarnung, welches System für deine tzGm gilt, Mautbox-Prüfung fürs nächste Land, Kostenschätzung pro Abschnitt, alles auf CarPlay: Auf die Warteliste. 1.000 Gründerplätze, 17,99 €/Jahr Gründerpreis (danach 29,99 €/Jahr), CarPlay inklusive.

Häufige Fragen

Ist mein Wohnmobil über 3,5 Tonnen in Deutschland mautpflichtig?

Nein. Privat genutzte Wohnmobile sind auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen mautfrei — auch über 3,5 Tonnen. Die Lkw-Maut wurde am 1. Juli 2024 auf Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ausgeweitet, gilt aber nur für den Güterkraftverkehr. Ein als Wohnmobil (Klasse M1 oder M1 SA) zugelassenes Fahrzeug, das ausschließlich der Personenbeförderung dient, bleibt befreit (Quelle: ADAC, Stand 10.7.2025).

Wonach richtet sich die 3,5-Tonnen-Grenze?

Nach der technisch zulässigen Gesamtmasse (tzGm) aus der Zulassungsbescheinigung Teil I, nicht nach dem tatsächlichen Gewicht am Reisetag. Ein Wohnmobil mit 3.499 kg tzGm gilt überall als „leicht", eines mit 3.501 kg überall als „schwer" — auch leer gefahren. Die 3,5-Tonnen-Schwelle entscheidet in jedem Vignettenland über das Maut-System.

Brauche ich für die Schweiz über 3,5 t eine Vignette?

Nein. Ausländische Wohnmobile über 3,5 Tonnen zahlen in der Schweiz nicht die 40-Franken-Vignette, sondern die PSVA (Pauschale Schwerverkehrsabgabe): rund CHF 3,25 pro Tag (mindestens CHF 25), CHF 58,50 pro Monat oder CHF 650 pro Jahr. Gekauft wird sie seit 2025 online über das Via-Portal (via.admin.ch). Die Klebevignette gilt für schwere Wohnmobile nicht.

Kann ich die Mautbox einfach an der Grenze kaufen?

Für die GO-Box (Österreich) und DarsGo (Slowenien) ja — an großen ASFINAG- und DARS-Vertriebsstellen an den Hauptgrenzübergängen, aber mit eingeschränkten Wochenend-Öffnungszeiten. Die tschechische MYTO CZ verlangt eine Online-Registrierung vor der Abholung. Eine EETS-Mautbox (ADAC Camper Mautbox / DKV) bestellst du besser vorab online — sie wird geliefert, nicht spontan ausgegeben.

Was ändert sich 2026 in Ungarn für schwere Wohnmobile?

Seit dem 1. Januar 2026 sind Wohnmobile über 3,5 Tonnen nicht mehr im streckenbasierten HU-GO-System. Du kaufst jetzt eine normale E-Vignette (D2-Tarif) — online oder an der Tankstelle, wie ein Pkw, nur mit dem Schwerfahrzeug-Tarif. Eine alte HU-GO-Box brauchst du für das Wohnmobil nicht mehr.

Was macht Rovee hier, was eine Mautbox nicht kann?

Eine Mautbox rechnet die Strecke ab, auf der du gerade fährst. Rovee sagt dir vor der Abfahrt, welches System im nächsten Land deiner Route gilt, was es kostet und ob die Box, die du hast, dort überhaupt funktioniert. Diese Vorhersage-Ebene ist die Arbeit, die weder die Box noch die Vignetten-Portale für dich erledigen. Auf die Warteliste.

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