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Wissen

Wohnmobil-Maut Österreich 2026: Vignette & GO-Box

Von Rovee · Geprüft und aktualisiert 2026-07-07

Die Brenner-Sektionsmaut steht in keinem Tankstellen-Aushang. Die GO-Box muss vor der Grenze in deinem Wohnmobil sein, sonst fährst du sie illegal. Die digitale Vignette ist erst 18 Tage nach Kauf gültig — wenn du am Reisetag online kaufst, fährst du ohne. Das ist die Wohnmobil-Maut Österreichs: drei Systeme, drei Cliff-Regeln, ein gemeinsamer Fehlertyp. Hier ist alles für 2026 — plus der konkrete Tour-Rechner.

Auf einen Blick

Zwei Systeme, eine Grenze
Wohnmobile bis 3,5 t zGM brauchen eine Vignette (Pickerl). Ab 3,5 t zGM wechselt das System auf die GO-Maut mit GO-Box — kein Pickerl mehr, sondern kilometerbasierte Abrechnung.
Was die Vignette kostet (2026)
10-Tages-Vignette ca. 12,80 €; 2-Monats-Vignette ca. 32,00 €; Jahresvignette 106,80 €. Digital über asfinag.at oder physisch an Trafiken/Tankstellen.
GO-Maut
Tarif rund 0,33 €/km inkl. USt (ca. 0,28 € netto) für ein 2-achsiges EURO-VI-Wohnmobil — Wohnmobile fallen automatisch in die teuerste CO₂-Klasse 1. Die GO-Box kostet ein einmaliges Bearbeitungsentgelt von 12 € (kein erstattbares Pfand); per Post oder an Vertriebsstellen, Pflicht ab der Grenze.
Sektionsmaut
Auf Brenner, Tauern, Pyhrn, Arlberg und Karawanken extra zu zahlen — unabhängig von Vignette oder GO-Maut. Pkw bzw. Wohnmobil ≤3,5 t: zwischen 6 € und 16 € je Strecke (Stand 2026).
Wohnwagen
Solange Zugfahrzeug + Anhänger zusammen unter 3,5 t bleiben, reicht die Standardvignette. Über 3,5 t Gesamtgewicht: GO-Box erforderlich, auch wenn das Wohnmobil allein darunter liegt.

→ Rechne deine konkrete Tour: kostenloser Maut Rechner

Vignettenpflicht bis 3,5 t

Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht (zGM) bis einschließlich 3.500 kg fallen in die normale PKW-Kategorie der österreichischen Vignettenpflicht. Auf allen Autobahnen (A) und Schnellstraßen (S) muss eine gültige Vignette nachweisbar sein. Praktisch gibt es drei Optionen:

  • 10-Tages-Vignette — günstigste Variante für Kurzbesuche. Preis 2026 ca. 12,80 €. Beginnt am gewählten Starttag um 0:00 Uhr und endet 10 Tage später um 23:59 Uhr.
  • 2-Monats-Vignette — die gängige Wahl für längere Touren. Preis 2026 ca. 32,00 €. Gilt zwei volle Monate ab dem gewählten Stichtag.
  • Jahresvignette — sinnvoll ab etwa 3 Aufenthalten im Jahr. Preis 2026 106,80 €. Gilt vom 1. Dezember des Vorjahres bis 31. Januar des Folgejahres (14 Monate Brutto-Geltungsdauer).

Die digitale Vignette ist heute der Standard — Kauf über asfinag.at oder die ASFINAG-App, mit Kennzeichenbindung. Eine analoge Klebevignette gibt es weiterhin an Tankstellen, Trafiken und ÖAMTC-Standorten — wer ohnehin eine Pause an der ersten Tankstelle nach der Grenze einlegt, kann sie dort kaufen. Wichtig bei der digitalen Variante: Sie wird erst am 18. Tag nach Kauf gültig (Rücktrittsfrist), wenn nicht beim Kauf explizit ein früherer Beginn gewählt wird.

GO-Maut über 3,5 t — die Schwelle

Sobald das zulässige Gesamtgewicht (nicht das tatsächliche!) 3.500 kg überschreitet, verlässt das Fahrzeug das Vignettensystem komplett und wechselt auf die GO-Maut. Das ist ein kilometerbasiertes System mit einer Mikrowellen-OBU — der „GO-Box" — die Mauttransaktionen automatisch durchführt, sobald das Fahrzeug eine Mautstation passiert. Die Box gibt es an autorisierten Vertriebsstellen (Tankstellen entlang der Hauptachsen, ÖAMTC, einige Grenzübergänge) gegen ein einmaliges Bearbeitungsentgelt von 12 € — das ist kein erstattbares Pfand, sondern eine Gebühr. Im Pre-Pay-Modus lädst du sie vorab mit Guthaben auf; im Post-Pay-Modus läuft die Abrechnung über eine hinterlegte Zahlungsmethode.

Der Tarif richtet sich nach Achsenzahl (2, 3 oder 4+), EURO-Emissionsklasse, CO₂-Klasse und Tageszeit (Nachttarif von 22:00 bis 5:00 Uhr für 3+achsige Fahrzeuge). Wichtig für Wohnmobile: Sie werden ohne Nachweis automatisch der teuersten CO₂-Klasse 1 zugeordnet — die niedrigen Sätze, die man auf Lkw-Vergleichsseiten sieht, gelten für sie nicht. Für ein typisches schweres Wohnmobil (EURO VI, 2 Achsen) liegt der Tarif 2026 bei rund 0,33 € pro Autobahn-km inkl. USt (ca. 0,28 € netto; die 20 % USt holt ein Privatreisender nicht zurück). Eine Tour von 600 km Autobahn kostet damit grob 200 €.

Wichtig: GO-Box muss vor dem ersten mautpflichtigen Kilometer in Österreich aktiv sein. Eine Bestellung über die Website go-maut.at dauert per Post ca. eine Woche — wer kurzfristig fährt, holt sie an einer Grenz-Vertriebsstelle ab. Nicht jede Tankstelle führt sie; vor allem an kleineren Grenzübergängen kann am Wochenende der Vorrat leer sein.

„GO direkt" ist kein eigenes Maut-Produkt und ersetzt die Box nicht. Es ist der Direkt-Service der ASFINAG: Du bestellst die GO-Box online, lässt sie dir zuschicken und rechnest direkt mit der ASFINAG ab, ohne Drittanbieter. Für private Wohnmobil-Halter, die nur gelegentlich in Österreich fahren, ist das der bequeme Weg, die Box vorab per Post zu bekommen — wer kurzfristig unterwegs ist, holt sie stattdessen an der Grenze ab. Ein „nur fahren und pro Strecke ohne Gerät zahlen" gibt es über 3,5 t nicht; das ist der Vignette unter 3,5 t vorbehalten.

„Mautbox" ist nicht gleich GO-Box. Für Österreich über 3,5 t ist allein die ASFINAG-GO-Box das offizielle Gerät. Mehrländer-„Mautboxen" wie die ADAC Camper Mautbox (in Kooperation mit DKV) oder die DKV BOX EUROPE sind eigene Produkte mit eigenem Konto — praktisch für Vielreisende durch mehrere Länder, aber kein Ersatz für die Registrierung im österreichischen GO-System.

→ Über 3,5 t? Der Rechner zeigt GO-Maut-Schätzer für deine Route

Sektionsmaut — Brenner, Tauern, Pyhrn …

Fünf Autobahnabschnitte in Österreich sind zusätzlich zur Vignette bzw. GO-Maut sondermautpflichtig — egal ob das Fahrzeug eine Vignette hat. Diese Sektionsmaut ist eine getrennte Streckengebühr und wird an der jeweiligen Mautstation vor Ort bezahlt:

  • Brennerautobahn (A13) — Schönberg bis Brenner-Grenze. PKW/Wohnmobil ≤3,5 t: ca. 11,50 € einfache Fahrt (2026). Beliebteste Sektionsmaut Österreichs.
  • Tauernautobahn (A10) — Salzburg–Villach. ca. 14,50 € einfache Fahrt.
  • Pyhrnautobahn (A9) — Bosrucktunnel und Gleinalmtunnel: ca. 6,50 € pro Tunnel-Durchfahrt.
  • Arlbergstrecke (S16) — Arlbergtunnel: ca. 13 € einfache Fahrt.
  • Karawankenautobahn (A11) — Karawankentunnel an der Grenze zu Slowenien: ca. 8,50 € einfache Fahrt.

Die Zahlung erfolgt entweder bar/Karte an der Mautstation, über die ASFINAG-App als digitale Streckenmaut, oder über die GO-Box (für >3,5 t automatisch eingebucht). Wer den Brenner-Pass auf einer Italienreise fährt, sollte Sektionsmaut einkalkulieren — sie fällt zusätzlich zur Vignette an und ist eine häufige Nachzahlungsfalle für Erstreisende.

Wohnwagen oder Anhänger ziehen — was sich ändert

Beim Ziehen eines Wohnwagens oder Anhängers gilt das Gesamtgewicht der Kombination (Zugfahrzeug + Anhänger) für die 3,5-t-Grenze. Solange dieser Wert unter 3,5 t bleibt, reicht die normale Vignette für das Zugfahrzeug — ein Wohnwagen-Anhänger braucht in Österreich keine eigene Vignette. (Anders als in der Schweiz, wo ein gezogener Wohnwagen eine zweite Vignette zu CHF 40 verlangt.)

Über 3,5 t Gesamtgewicht der Kombination greift die GO-Maut — auch wenn das Zugfahrzeug allein darunter liegt. In der Praxis betrifft das viele Wohnmobile in der 2,8–3,2-t-Klasse, die mit einem 800-kg-Wohnwagen die Grenze gerade überschreiten.

Bußgelder & Kontrollen

Die Mautkontrolle erfolgt überwiegend per automatischer Kennzeichenerkennung (ANPR-Kameras an Mauttafeln und Sektionen) — eine fehlende oder ungültige Vignette wird oft erst Wochen nach der Fahrt per Strafzettel aus Wien zugestellt. Sätze 2026:

  • Vignettenverstoß (≤3,5 t) — 120 € Ersatzmaut bei Sofortzahlung; bei Anzeige 240 € bis 3.000 € Strafe je nach Wiederholung.
  • GO-Maut ohne Box (>3,5 t) — Ersatzmaut 250 € sofort; sonst Anzeige mit deutlich höherer Strafe (im Einzelfall vierstellig).
  • Sektionsmaut nicht gezahlt — Nachverfolgung über das Kennzeichen; Aufschlag 30–60 € auf die ursprüngliche Maut.

Stand 2026 — was unverändert bleibt: Die ANPR-Kameras an Mauttafeln und in den Sektionen sind seit der Komplettumstellung 2018 das primäre Kontrollinstrument. Ersatzmaut-Sätze (€120 sofort / €240 bei Anzeige für ≤3,5 t; €250+ für GO-Maut) wurden für 2026 nicht erhöht. Bescheide an ausländische Halter laufen weiterhin über die Zentrale in Wien — Zustellung typischerweise 4–12 Wochen nach Verstoß. Der häufigste Bescheid-Fall bleibt der digitale Vignettenkauf am Reisetag: die 18-tägige Konsumentenschutz-Frist macht die Vignette erst Wochen später gültig, wenn nicht explizit ein früherer Stichtag gewählt wird.

Häufige Fragen

Brauche ich für mein 3,2-t-Wohnmobil eine GO-Box?

Nein — solange das zulässige Gesamtgewicht (zGM) unter 3,5 t liegt, gilt die normale Vignette. Entscheidend ist das zGM in den Fahrzeugpapieren, nicht das tatsächliche Gewicht inkl. Beladung. Ein vollbeladenes 3,2-t-Wohnmobil bleibt vignettenpflichtig auch wenn die Waage 3,3 t anzeigt — solange die Zulassung 3,2 t als zGM nennt.

Wo kaufe ich die Vignette am günstigsten?

Der Preis ist überall identisch — vorgegeben von der ASFINAG. Digital über asfinag.at oder die ASFINAG-App ist am einfachsten, da sie automatisch mit dem Kennzeichen verknüpft wird. Achtung bei digitalen Vignetten: Sie sind erst nach 18 Tagen Konsumentenschutz-Rücktrittsfrist gültig, wenn nicht ausdrücklich ein früherer Stichtag gewählt wird — wer am Tag der Abreise erst kauft, fährt im Zweifel ohne gültige Vignette über die Grenze. Physische Pickerl an Tankstellen sind sofort gültig.

Gilt die Vignette auch auf dem Brenner?

Auf der A13 bis Schönberg ja — danach beginnt die Sektionsmaut Brenner, für die zusätzlich ca. 11,50 € pro Richtung bezahlt werden müssen. Die Sektionsmaut ist getrennt von der Vignette und wird an einer eigenen Mautstation am Schönberg-Knoten erhoben. Wer Italien-Tour fährt, sollte beide Posten einkalkulieren.

Was ist „GO direkt" für Wohnmobile?

„GO direkt" ist der Direkt-Service der ASFINAG, nicht ein eigenes Maut-Produkt. Du bestellst darüber die GO-Box online, lässt sie dir zuschicken und rechnest die GO-Maut direkt mit der ASFINAG ab — ohne Drittanbieter. Die physische GO-Box bleibt über 3,5 t Pflicht; GO direkt ersetzt sie nicht, sondern ist der bequeme Bestell- und Abrechnungsweg für private Halter, die nur gelegentlich in Österreich fahren. Ein geräteloses „pro Strecke buchen" gibt es über 3,5 t nicht.

Hilft die GO-Box im Ausland weiter?

Nein, die GO-Box funktioniert nur in Österreich. Für Italien (Telepass), Frankreich (TIS PL) oder Slowenien (DarsGo) braucht es jeweils eigene OBUs oder Vignetten. Es gibt Mehrländer-Anbieter wie DKV BOX EUROPE oder Eurotoll, die ein einziges Gerät über mehrere Länder hinweg abrechnen — für gelegentliche Touren lohnt sich der Mehraufwand selten, für Vielfahrer (Fernfahrer-ähnliche Profile) durchaus.

Welche Vignette braucht ein Wohnmobil in Österreich?

Ein Wohnmobil bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht braucht die normale Pkw-Vignette — eine eigene „Wohnmobil-Vignette" gibt es nicht. Zur Wahl stehen die 10-Tages-Vignette (ca. 12,80 €), die 2-Monats-Vignette (ca. 32,00 €) und die Jahresvignette (106,80 €), Stand 2026. Ab 3,5 t zGM entfällt die Vignette komplett: Dann gilt die kilometerbasierte GO-Maut mit GO-Box. Die digitale Vignette kaufst du über asfinag.at oder die ASFINAG-App mit Kennzeichenbindung.

Was kostet die Maut mit Wohnmobil und Anhänger in Österreich?

Für die Maut zählt das Gesamtgewicht der Kombination aus Zugfahrzeug und Anhänger. Bleibt Wohnmobil plus Anhänger zusammen unter 3,5 t, reicht die normale Vignette des Zugfahrzeugs — der Anhänger braucht in Österreich keine eigene Vignette. Überschreitet die Kombination 3,5 t, gilt für die gesamte Fahrt die GO-Maut mit GO-Box, auch wenn das Zugfahrzeug allein darunter liegt. Das betrifft in der Praxis viele 2,8–3,2-t-Wohnmobile, die mit einem beladenen Anhänger knapp über die Grenze kommen.

Drei konkrete Touren — gerechnet

Drei häufige Wohnmobil-Routen über Österreich, mit allen drei Maut-Systemen zusammen für die Saison 2026:

TourVignetteSektionsmautGO-MautSumme
München → Brenner → Verona (≤3,5 t, 4-Tage Hin-/Rück) 10-Tage 12,80 € Brenner 2× 11,50 € = 23 € 35,80 €
Wien → Villach → Slowenien (≤3,5 t, Tauernautobahn) 10-Tage 12,80 € Tauern 2× 14,50 € = 29 € 41,80 €
Hamburg → Wien → Brenner (>3,5 t, 700 km AT-Autobahn) Brenner 1× 11,50 € ~231 € (0,33 €/km × 700 km) ~242,50 €

Schätzungen für 2026 — die genauen GO-Maut-Tarife hängen von Achsen, EURO- und CO₂-Klasse ab (Wohnmobile = CO₂-Klasse 1); GO-Maut-Beträge inkl. USt. Sektionsmaut ist im Tarif fix. Brenner-Aufschlag von 3,5 % zum 1. Januar 2026 berücksichtigt.

Trip-Kosten mit dem Rechner

Der kostenlose Maut Rechner von Rovee rechnet deine konkrete Tour mit Vignette und Sektionsmaut in einer Summe zusammen — Österreich plus weitere Länder, Wohnmobil-spezifisch mit 3,5-t-Grenze und Wohnwagen-Sonderregel. Ohne Anmeldung, Preise gegen offizielle Quellen verifiziert. Angrenzend: Deutschland im Norden und Slowenien im Süden; alle Länder im europäischen Maut-Überblick.

Und wenn du wissen willst, was die App während der Tour macht — Live-Warnungen vor Höhenbeschränkungen, ZTLs und Land-Wechseln, alles auf CarPlay: Auf die Warteliste. 1.000 Gründerplätze, 17,99 €/Jahr Gründerpreis.

Quellen. Maßgeblich für die Vignettenpreise (10-Tage €12,80, 2-Monats €32,00, Jahres €106,80 — gültig ab 1. Dezember 2025), die GO-Maut über 3,5 t und die Sektionsmaut (Brenner, Tauern, Pyhrn) ist der staatliche Betreiber ASFINAG (Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft). Stand der Prüfung: 2026-07-07. Ein Detail veraltet? hi@rovee.io.

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